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Gästewohnungen Zeitzer WG

„Mehr als Wohnen“, das trifft für die Zeitzer Wohnungsgenossenschaft eG seit nunmehr sieben Jahrzehnten zu. Als am 20. April 1954 die 34 Gründungsmitglieder die erste Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) im damaligen Bezirk Halle in Zeitz ins Leben riefen, ahnten sie sicher nicht, welche Entwicklung „ihre“ Genossenschaft in der Folge nehmen sollte. Sie hatten auch gar keine Zeit, sich mit möglichen Entwicklungsfragen zu beschäftigen. Schließlich waren auch zehn Jahre nach Kriegsende Wohnungen immer noch ein rares Gut.

Noch im gleichen Jahr erfolgte am 26. Juli die Grundsteinlegung für das erste Gebäude der Genossenschaft in der Leipziger Straße 5/7 und am 10. Dezember wurde bereits Richtfest gefeiert. Zum Stichtag 31. Dezember 1954 verzeichnete die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft „Deutsch-Sowjetische-Freundschaft“ bereits 79 Mitglieder.

In den folgenden drei Jahren kamen weitere neun Neubauten in der heutigen Elstervorstadt sowie in der Forststraße, Clara-Zetkin-Straße und in Kretzschau hinzu, sodass der Wohnungsbestand rasant auf 101 Wohnungen anstieg. Zudem konnte im Jahr 1958 das 400. Genossenschaftsmitglied begrüßt werden. Die anschließenden Jahre verliefen nicht mehr so turbulent wie die Anfangsphase der heutigen Zeitzer Wohnungsgenossenschaft. Die DDR Regierung hatte die Zuschüsse zum Wohnungsbau zurückgefahren, sodass finanzielle Mittel knapp waren.

So mussten unter anderem die Baulücken am Forstplatz 4 und 7 sowie zahlreiche Garagen durch Eigenleistungen der Mitglieder und durch die Unterstützung des VEB Zemag, VEB Zekiwa und BMK Chemie geschlossen bzw. errichtet werden. Da der Wohnungsnotstand allerdings nicht nachließ, beschloss die damalige Regierung 1972 ein weiteres, staatlich gefördertes Wohnungsbauprogramm zu erlassen. Dies war die Geburtsstunde der DDR-typischen Plattenbauweise und des noch heute beliebten Wohngebietes Zeitz-Ost. Es zeichnete sich schon damals durch eine ausgezeichnete Infrastruktur mit Kindertagesstätten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, einer Bibliothek, viel Grün und kurzen Wegen aus. Die ersten Objekte dieser Bauweise entstanden in der heutigen Geußnitzer- und Hilde-Coppi-Straße. Diese Wohnungen waren zu damaligen Standards etwas Besonderes, denn sie verfügten nicht nur über Balkone, sondern auch über moderne Fernwärmeheizungen. In den folgenden 16 Jahren entstanden in dem Wohngebiet über 1.000 weitere Wohnungen für die damalige AWG. Dieses Programm endete mit der Wiedervereinigung Deutschlands und das letzte neue Gebäude entstand am Schützenplatz.

Damit war auch der Bauboom der Genossenschaft zunächst beendet. In der Folge mussten zwischen 1992 und 2003 insgesamt knapp fünfzig Millionen Euro investiert werden, um alle 1.747 Wohnungen auf die zu der jeweiligen Zeit gültigen technischen Standards und genossenschaftlichen Ansprüche zu bringen. Dies war und ist eine in Zeitz einzigartig Modernisierungswelle. Verständlicherweise waren in dieser Zeit keine weiteren finanziellen Möglichkeiten vorhanden, um in Neubauten zu investieren.

Die ersten größeren Investitionen außerhalb dieser Instandhaltungen waren die Fahrstuhlanbauten in der Sebald-Waldstein-Straße 19-28 in den Jahren 2003/2004 und der Umbau des Objektes in der Anna-Magdalena-Bach-Straße 19-21 in den Jahren 2014/2015. Hier wurden die insgesamt 40 Wohneinheiten des gesamten Objektes zu einem modernen und in der Elsterstadt angesehenen Projekt umgewandelt – dem Betreuten Wohnen im Haus AMBiente!

Dieser Umbau entsprach einer Komplettsanierung und Modernisierung des Hauses. Der erste „richtige“ Neubau erfolgte mit dem Haus Sinfonie in der Robert Schumann Straße 14A in den Jahren 2017-2019. Hier wurde an das bereits bestehende Objekt mit den Eingängen 14-16 ein moderner, in das Wohngebiet integrierter Neubau mit insgesamt zehn Wohneinheiten und unserer heutigen Zweigstelle integriert. Dieses Objekt fügt sich trotz seiner Moderne in das bekannte Bild von Zeitz Ost ein. Der Neubau wurde mit einem Fahrstuhl ausgestattet, den auch die Mieter*innen des Bestandsobjekts durch angebaute, verbindende Laubengänge nutzen können. Der erste alleinstehende Neubau der Genossenschaft nach der Wiedervereinigung konnte im Jahr 2023 in der Elsteraue im Ortsteil Tröglitz fertiggestellt werden. Insgesamt 15 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten befinden sich in diesem Objekt am Friedensplatz. Auch hier verfügen alle Wohnungen über den modernsten Stand der Technik, und auch dieses Gebäude fügt sich in das Ortsbild harmonisch ein.

Insgesamt investierte die ZWG seit der Widervereinigung 95 Millionen Euro in ihren Wohnungsgestand.

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